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GESTÜT PFERDESCHULE RIEGERSBURG |
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VERLADEPROBLEME
Glücklich der Pferdebesitzer, dessen Schützling nie die Frage stellt: " Ist das dein Ernst? DA soll ich einsteigen???" Wenn man sich in die Lage des Pferdes verstetzt, dann wundert man sich oft, mit welcher Selbstverständlichkeit manche Exemplare so ein wackeliges Gefährt von Pferdeanhänger betreten. Sie wissen, dass sie nun längere Zeit in dieser Sardinenbüchse - ohne festen Boden unter den Füßen - verbringen müssen, um dann höchstwahrscheinlich an einem völlig fremden Ort auszusteigen, fern von vertrauten Kollegen und dem eigenen Stall. Ganz zu schweigen von den Freuden des Straßenverkehrs in Form von LKWs, Tunnels u.s.w. Wenn man manchen Leuten beim Verladen zusieht hat man den Eindruck, dass sie sich allzusehr in diese unerfreuliche Aussicht ihres Pferdes hineindenken und das Tier beinahe am Einsteigen hindern! Zumindest ist es offen, ob die Angst, das Vieh könne schon wieder nicht einsteigen größer ist, als jene, dass das arme Schatzilein nun dann so alleine in dem wackeligen Anhänger stehen wird. Hier haben wir eine Situation, in der der Mensch seine Emotionen besser ausklammert, dann stellt sich der Erfolg früher oder später sicher ein. Merke: Dein Pferd verarscht dich nicht, da würden wir es intellektuell überschätzen!!! Wohl aber steht es - wenn es zu jenen gehört, die die Eingangsfrage regelmäßig stellen - im Widerstreit seiner eigenen Gefühle: Angst versus Gehorsamswillen Was also tun, damit unser Pferd nie daran zweifelt, dass Anhängerfahren völlig harmlos und ungefährlich ist? Fangen wir am Anfgang an: Die Mutterstute hat idealerweise keine Angst und geht ganz selbstverständlich auf den Hänger. Dann gelingt es uns meist relativ leicht, das Fohlen nachzuschieben. Schließlich will es vor allem bei Mama sein, egal wo die gerade ist. Um Verletzungen zu vermeiden muß die Rampe UNTER ALLLEN UMSTÄNDEN griffig sein, sonst kommt das junge Pferd vielleicht mit Abschürfungen zur Fohlenschau (oder zum Hengst) und hat auch schon die erste negative Erfahrung gemacht. Auch im Inneren darf der Boden nicht rutschig sein, sonst wird es für die Pferde extrem schwer, in Notsituationen sogar unmöglich, aufrecht stehen zu bleiben!!! Genauso wichtig wie diese Sicherheitsmerkmale aber ist der Fahrstil! Grundsatz: Lieber einmal zu langsam als einmal zu schnell! Vor allem Kurven müssen extrem vorsichtig genommen werden und möglichst ohne vorher viel bremsen zu müssen. Das gilt übrigens generll: Je weniger man das Bremspedal benötigt (vorausschauend fahren und lange ausrollen lassen), desto angenehmer für das Pferd. Soweit so gut. Gehen wir aber davon aus, dass das Pferd irgend eine schlechte Erfahrung im Zusammenhang mit dem Transport gemacht hat, oder sich einfach einmal fragt "Was habe ich eingentlich davon, hier einzusteigen?". Wenn man viel Zeit hat (die man sich auch nehmen muß, wenn man ein problematisches Pferd auf Dauer umlernen will), sollte man vorest an der Respekt-Vertrauens-Basis arbeiten. Aber auch die Ausrüstung spielt eine wichtige Rolle. Ich kann ein widerstrebendes Pferd mit einem weich gepolsterten Halfter, das geradezu zum dagegen ziehen einladet, nun einmal schwer beeinflussen. Lieber nehme ich also ein Knotenhalfter, welches durch die Dünne der Schnüre relativ scharf einwirkt, vor allem auf das Genick des Pferdes. Außerdem verwende ich ein reißfestes langes Seil. Zum Üben ist es auch sehr von Vorteil, wenn man die Möglichkeit hat, die Rampe beidseitig einzurahmen, sodaß zum vorbe iGehen gar keine Möglichkeit besteht. Wir verwenden dazu flexible Stahlrohrpaneele. Vorne hängt evl. ein Heunetz, ein Haferkübel sollte auch bereitstehen. Wir nähern uns also der Hängerrampe. Vielleicht geht das Pferd nun näher heran als üblich, vielleicht macht es aber - wie immer - mit geblähten Nüstern einen Kragen und versteift den ganzen Körper. Fehler Nr.1: Jetzt das Pferd loben! Wie oft sieht man Besitzer, die angesichts ihrer Pferdestatue in schmeichelnde Braaaav-Hymnen ausbrechen. Aber wollen sie wirklich belohnen, dass das Pferd vor dem Hänger stehen bleibt??? Aber was tun? Erst einmal abwarten. Das Pferd soll Gelegenheit haben zu sehen, dass der Anhänger nicht das Maul eines Riesenraubtieres ist, das es gleich fressen wird. Wir stehen also erst einmal cool da und sagen nichts. Legt das Pferd aber den Rückwärtsgang ein, machen wir sofort Druck auf das Halfter, d. h. ziehen mit aller Kraft dagegen (HANDSCHUHE NICHT VERGESSEN!). Aber nur so lange, bis das Pferd zumindest stehen bleibt. Nun lassen wir uns etwas weniger Zeit zum pausieren und gehen wieder forsch Richtung Hänger. Folgt das Pferd, soll kein Druck am Halfter sein. Wenn nicht, ziehen wir etwas fester. Will es partout nicht von der Stelle weichen kann man es oft durch abwenden (nach rechts drücken) in Bewegung bringen. Früher oder später merkt jedes Pferd, dass der Widerstand (stop oder rückwärts) wegen des Druckes im Genick recht unangenehm ist, das Mitgehen hingegen tut eigentlich gar nicht weh. WICHTIG: Es kommt hier auf das präzise Timing des Menschen an! Beim Nachgeben des Pferdes nach vorwärts muß der Druck SOFORT weg sein, zurückziehen darf niemals ohne Widerstand erlaubt werden. Nur dann lernt das Pferd: vor = gut und zurück = schlecht. Ist das Pferd nun immerhin vor der Rampe angelangt, kann man versuchen, ein oder beide Vorderbeine hinauf zu stellen. Oft überwinden Pferde dann ihre Angst wenn sie spüren, dass der Boden zwar schief, aber doch fest ist. Wenn das Pferd nun im Bereich der Rampe ist, gehe ich gerne selbst ganz hinein, auch um zu demonstrieren, dass es tatsächlich ungefährlich ist. Wenn das Seil lang genug ist, kann man es nun vorne ein Mal z. B. um die Bruststange legen, man hat dann beim Gegenhalten mehr Kraft. Der Hänger muß dafür natürlich stabil konstruiert sein, aber sonst ist ja auch der Transport gefährlich. Mit sanftem Druck fordere ich das Pferd nun auf, weiter hinein zu gehen. Mit jedem Schritt nach vorne verkürze ich das Führseil, allerdings nur so viel, dass kein Druck entsteht, solange das Pferd geht. Irgendwann kommt dann der Moment, wo das Pferd doch wieder hinaus will. Jetzt heißt es festhalten! Ich verhindere zwar nicht, dass das Pferd rückwärts geht (AUF KEINEN FALL DAS PFERD JETZT SCHON ANBINDEN!), aber es muß ganz schön ziehen. Erst wenn es stehen bleibt, läßt der Druck wieder nach. Nach wenigen solcher Erlebnisse kommen die meisten Pferd zu dem Schluß, dass rückwärts aus dem Hänger zu flüchten eigentlich das Unangenehmste bei der Sache ist. Gewonnen hat man (für heute), wenn sich das Pferd sogar vom Belohnungsfutter fressen traut, sobald es einmal ganz drinnen ist. Die besten Erfolge hat man, wenn man so jeden Tag oder mindestens jeden zweiten Tag üben kann. Nach einer Woche sollte auch das Pferd die Sache als "Jausnen gehen" betrachten, schließlich gibt's im Hänger immer Futter!
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