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GESTÜT PFERDESCHULE RIEGERSBURG |
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MEIN
PFERD KOMMT IN DIE SCHULE-
Die Grundvoraussetzungen Alter Über den idealen Zeitpunkt des "Schuleintritts" eines Pferdes entscheiden seine körperlichen sowie geistig-psychischen Voraussetzungen. Dieser Moment ist naturgemäß bei jedem Individuum in einem anderen Alter. Dies ist einerseits rassebedingt - ein 2-jähriger Kaltblüter kann schon ans Geschirr gewöhnt und mit leichtem Zug vertraut gemacht werden, während ein Isländer erst mit 5 angeritten werden sollte - andererseits bei jedem einzelnen Pferd verschieden. Verständlicherweise trachtet der Züchter danach, seine Jungpferde möglichst früh ausbilden zu lassen, da für ein angerittenes Pferd ein wesentlich höherer Preis zu erzielen ist bzw. nicht gerittene Pferde sehr schwer zu verkaufen sind. Daher hat sich der Zeitpunkt wo üblicherweise die Ausbildung begonnen wird, sehr weit nach vorne verschoben. War es früher üblich, erst mit 4 1/2 bis 5 Jahren mit dem Anreiten zu beginnen so lernen heute fast alle Pferde bereits mit 3Jahren den Reiter kennen. Junghenste teilweise noch früher. Aus persönlicher Erfahrung behaupte ich, dass man dem Jungpferd tunlichst bis 3 1/2 Zeit lassen sollte, dann ist auch die Gefahr von Schäden durch zu frühe Belastung geringer. Im Zweifelsfall zieht man den Tierarzt zu Rate, der am Zustand der Wachstumsfugen erkennt, wie weit das Skelett des Tieres gefestigt ist. Zähne Genau wie Schulkinder wechseln auch junge Pferde vom Milchgebiß zu dem bleibenden Zähnen, die Schneidezähne meist zwischen 2 1/2 und 3 1/2 Jahren. In dieser Phase sind sie oft besonders Maul empfindlich, fressen manchmal schlechter etc. Besondere Beachtung sollten jedoch die sogenannten Wolfszähne finden: Dies sind kleine Relikte aus der Stammesgeschichte des Pferdes, die nur hin und wieder bei manchen Pferden auftreten. Die kleinen spitzen Zähnchen sitzen meist im Oberkiefer vor den Backenzähnen, also in dem Bereich, wo auch das Gebiß "zu Hause" ist. Da sie nicht im Kiefer verwurzelt sind, sondern nur locker im Zahnfleisch stecken, bewegen sie sich bei Berührung durch die Trense hin und her und bohren quasi mit ihrem Hinterende im Fleisch herum. Dass das sehr sehr unangenehm ist, kann sich sicher jeder vorstellen. Deshalb: Suchen Sie vor Beginn der Ausbildung nach diesen Störenfrieden oder lassen Sie ihren Tierarzt nachschauen. Das Entfernen ist jedenfalls völlig unaufwendig und man spart dem Pferd unnötige Qualen. Ausrüstung Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, dass der erste Sattel ohnehin nicht passen muß, ist es ganz im Gegenteil sogar sehr wichtig, dass bei der ersten Belastung kein ungünstiger Druck auf den Rücken ausgeübt wird. Wenn Sie also Ihr Pferd in die Schule schicken, geben Sie ihm einen möglichst gut passenden Sattel mit. ABER: Kaufen Sie auf keinen Falle einen nagelneuen Sattel, der dem rohen Pferd perfekt passt!!! Im günstigsten Fall kann man ihn nachpolstern lassen, wenn sich, nach einigen Wochen, spätestens Monaten, der Rücken durch das Training verändert hat, im schlechtesten Fall müssen Sie ihn verlustreich verkaufen. Haben Sie keinen Sattel "vorrätig", der dem jungen Pferd in etwa paßt, kaufen Sie lieber einen gebrauchten (Dressur oder Vielseitigkeit ohne Wadenpausche). So haben Sie beim Wiederverkauf weniger oder im Glücksfall gar keinen Verlust. Zwei Satteldecken sind das Minimum zum Wechseln, eine polsternde Unterlage (Schaumgummi, Lammfell o. ä.) ist anfangs sicher angenehm für das Pferd. Das günstigste Zaumzeug ist für den Anfang jenes mit kombiniertem Reithalfter, ich persönlich bevorzuge Gurtzügel. Die Trense muß der Maulbreite angepaßt sein, messen kann man am einfachsten mit einem Strohschnürl o. ä. Ich empfehle eine doppelt gebrochene Trense, am weichsten wirkt die mit dickem Mittelstück. Trägt Ihr Pferd Eisen, sollte man die Beine mit Gamaschen schützen, wenn nicht, kommt es darauf an, ob es sich beim Longieren selbst anschlägt. Vergessen Sie auch nicht, dass im Sommer ein Fliegenschutzmittel und in der kühlen Saison eine Abschwitzdecke nötig sind. Vorbildung Wenn sich Ihr Pferd führen und anbinden läßt und die Hufe willig gibt, bin ich für's Erste schon zufrieden. Alles andere lernt es in der Pferdeschule meist ohne großen Aufwand. Falls Sie glauben, Sie müßten Ihren Schützling daheim noch etwas "vorbereiten" beachten Sie bitte: Fehler, die am Anfang der Ausbildung gemacht werden, wiegen doppelt schwer! Wenn Sie sich also nicht huntertprozentig sicher sind, dass Sie Ihrem Pferd gewachsen sind, lassen Sie es lieber bleiben. Ein Pferd, das einmal mit Widerstand Erfolg hatte, wird es wahrscheinlich immer wieder versuchen. Das verzögert die Ausbildung unnötig und kann der Grund für Machtkämpfe mit dem Ausbilder sein, die andernfalls nie stattgefunden hätten. Wenn Sie noch mehr Informationen sowie eine Checkliste zum Schuleintritt möchten, hier ist ein Link zum MERKBLATT FÜR ANGEHENDE PFERDESCHÜLER
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