Das Belgische Bartkaninchen ist eine
französisch-belgische Rasse, deren wirkliches Alter bis
jetzt noch nicht bestimmt worden ist. In Frankreich
ist es als das "Löwenkaninchen" bekannt. 1962-63 wurde in Gent
(Belgien) der Versuch unternommen, das BB unter dem Namen " G e n
t
z e B a a r d e n " als neue Rasse vorzustellen. Aus heute
nicht mehr bekannten Gründen verschwand aber diese aparte
Kaninchenrasse wieder
aus den Augen der Kaninchenzüchter. Heutzutage muss diese Rasse
nicht nur in Frankreich und Belgien, sondern auch in Deutschland noch
als sehr selten angesehen werden.
Die BB sind an Kopf, Schultern und
Becken langhaarig, wobei die Beckenbehaarung bei älteren Tieren
teilweise bis vollständig verschwindet. Ein anderes auffallendes
Kennzeichen
sind die breiten Ohren, welche den länglichen, kräftigen Kopf
betonen. Das Fell
ist schwarzwildfarbig, mit stärker oder schwächerem
Rotanteil. Die Flanken und
die lange Behaarung sind dunkler, der Bauch ist heller. Der
Schwanz ist
rund 12 cm lang, wobei der Körperbau gut und kräftig mit
breitem Rücken ist.
Erwachsene Tiere werden, ohne viel Fett, ca. 6 kg schwer und sind in 6
Monaten
schlachtreif. Die BB sind frohwüchsig und gute Futterverwerter,
große Würfe
sind nicht selten und der Ausfall von Jungtieren während der
Aufzucht ist sehr
gering.
B a r t k a n i n c h e
n i n Ö s t e r r e i c h
Eine der reizvollsten und
liebenswertesten Rassen der Neuzeit
findet Einzug in den österreichischen Standard ab 2009!
DAS
BARTKANINCHEN—Ein Kurzbericht über die 18.Bundesschau
Wels 2008 aus Sicht der „Bärte“
Am Dienstag, den 9.12.08 war
Einlieferung in Wels. 23 „Bärte“
wurden gemeldet und von 4 Einzelzüchtern und einer ZGM auch
ausgestellt.
Es war Zugleich die Dritte
Bundesschau, auf der die
Bartkaninchen als „Neuzucht“ vorgestellt wurden. Unser/MEIN
erklärtes Ziel war
und IST es, die Tiere soweit zu verbessern, dass sie der gestrengen
Grand Jury
zu gefallen wussten und auch durch einen augenscheinlichen
QUALITÄTSSPRUNG ihr
Recht, in den österreichischen Standard zu kommen, zu
bestätigen!
Als Jury fungierten Herr Reinhard
Seeber, Herr Helmut
Guggenberger und Herr Wolfgang Hammerl.
Meine Tiere wurden wie folgt bewertet:
3879 1,0 St9N384 GUT
G.: 4,95kg/Fell: etwas weich/etw.breite
Ohrstellung/s.g.Bart/s.g.Unterfarbe
3880 0,1 St9N3715 n.b. wegen
Übergewicht 5,60 kg=zu schwer
3881 0,1 St9N383
SEHR GUT Z. In allen Position überdurchschnittlich! Verkauft nach
Villach/Kärnten
3882 0,1 St9N3811 n.b. wegen
Übergewicht 5,40 kg=zu schwer,
etwas grätiger Rücken, aus meiner Zucht ausgeschieden.
3883 0,1 St9N366 GUT G.:
4,25kg/F.:etwas wenig
Unterwolle/schöner Kopf/schwacher Bart/gute Farbe
3884 0,1 St9N3812 GUT G.: 4,70kg/F.:
s.g.Fell/s.g.opf/s.g.Bart,schwache Mähne/weiß durchsetzt
Am Besten hat unsere Grand Dame der
österr. Bartkaninchen
abgeschnitten, Frau Inge Frasch! Bei 7 ausgestellten Tieren „6“ Sehr
gut ( E
und Z) und „1“ Gut.
Alles in Allem für uns
Bartkaninchenzüchter ein tolles
Ergebnis, auf dem man sich mit Sicherheit nicht ausruhen darf!!! Das
Bartkaninchen ist eine Mutation die erst am Beginn der
züchterischen Bemühungen
steht. In fast allen Positionen ist dieses Kaninchen noch zu
verbessern. Deshalb
für Pokaljäger zur Zeit noch völlig ungeeignet, JEDOCH
in einigen Jahren
durchaus erreichbar.
Das Bartkaninchen braucht
Züchter, die visionär denken
können und ein mittel- bis längerfristiges Ziel konsequent
vor Augen haben und
verfolgen wollen. Aus meiner Sicht KEINE Anfängerrasse!
ALLEN Züchtern von Bartkaninchen,
zukünftigen wie
gegenwärtigen, wünsche ich zuvor genannte Tugenden und
Eigenschaften!
Die 18. Bundesschau war bestens
organisiert und man fühlte
sich wohl unter Freunden!
Soweit meine persönlichen
Eindrücke! Gut Zucht in eine für
die „Bärte“ positive Zukunft, der sich viele ernsthafte
Züchter verschreiben
wollen und werden! Eine Rasse der ZUKUNFT und der HERZEN!
Zuchttierbestand
für 2009:
Rammler
1,0:
St9N384„ Moonlight“ ( St9N3717 Arkasse x
E73N1724 Mertens) geb.:02.03.08
Foto: Margit
Weber
Häsinnen
0,1:
St9N3715
“Arkona” ( St9N467 Adelheid x E73N469 Taurus) geb.: 25.02.07
Foto: Margit Weber
St9N3812
Asia” (St9N3715 Arkona x E73N1724 Mertens) geb.: 08.03.08
St9N386
“Amina” (St9N3717 Arkasse x E73N1724 Mertens) geb.:02.03.08
St9N389 “
Alisha” (St9N3715 Arkona x E73N1724 Mertens) geb.:08.03.08
Diese Linie habe ich aus meiner Zucht
rekrutiert die ihre
Anfänge 2005 mit 4 Häsinnen hatte.
Die Ausgangshäsinnen waren
Vollschwestern.9D175338
„Anna“----9D175339 „Adele“----9D175340 „Alice“ und 9D175341 „Alma“ aus
der
Zucht von Günter Rauscher,N.Ö.
Adele
Anna
Alma
Alice
Ein Ausgangsrammler war 9D13565
„Kassander“ (2/827
Pinsel,geb.:02.08.02 x ID22 Anna,geb.:01.06.00, ohne Täto, war
eine der letzten
reinen BB Häsinnen, die vorgefunden wurden) aus der Zucht von
Hamann &
Schulte, BRD.
Kassander
Aus jährlich von knapp 200
Jungtieren zur Anfangszeit wo 12
Häsinnen und einige Rammler zum Einsatz kamen, bewährte sich
nur eine Linie:
Die Linie der „Adele“ ( Pit x Cora)
Leider brachten zu Beginn meiner
züchterischen Bemühungen
Anna, Alice und Alma konsequent fehlfarbene Jungtiere. Deshalb schieden
diese
Häsinnen, samt deren Töchter, nach zweijährigem Wirken
aus meiner Zucht aus. Einzig
„Adele“ und deren Töchter brachten reine Nachzucht!
Zur Festigung weiterer Merkmale wie
Fruchtbarkeit, Vitalität
im Allgemeinen, rassespezifischen Eigenschaften etc. gehe ich
für’s Erste den
Weg enger Verwandtschaftszucht, die eine strenge, dennoch
wohlüberlegte
Selektion voraussetzt!
Outcrossblut werde ich zukünftig
über Reinzuchthäsinnen
meiner Züchterkollegen einbringen, um daraus wieder eine neue
Linie zu
kreieren.
So ist es für Züchter
nachvollziehbar und per Abstammung
dokumentiert und man dümpelt nicht in trüben Ozeanen.
Transparenz und
Ehrlichkeit, der Erfolgsschlüssel JEDER Zucht!