MERKBLATT   FÜR  ANGEHENDE PFERDESCHÜLER

Dieses Merkblatt soll helfen, die bestmöglichen Voraussetzungen für eine effiziente Ausbildung ihres Pferdes zu schaffen und Zeitverluste zu vermeiden. Keinesfalls wollen wir belehrend sein, jedoch können wir den Informationsstand künftiger Kunden natürlich nicht einschätzen. Deshalb weisen wir lieber auf „Selbstverständlichkeiten“ hin, als unangenehme Überraschungen zu erleben.

Voraussetzungen des Pferdes

Regelmäßige Impfungen schützen Ihr Pferd, vor allem bei Stallwechsel. Der Streß einerseits und die fremde Keimumgebung andererseits führen in vielen Fällen zu Erkrankungen bei ungeimpften Pferden. Wir nehmen ausschließlich Pferde mit aufrechtem Impfschutz für  Tetanus und Influenza und empfehlen zusätzlich dringend eine EHV (Herpes)-Impfung. Falls während der Ausbildung eine Auffrischung fällig wird, weisen Sie bitte darauf hin. Wir werden den Termin dann mit dem Tierarzt koordinieren

Wurmkuren sollten ca. 4 Mal jährlich erfolgen. Falls die letzte Entwurmung länger her ist, wäre eine Behandlung spätestens 3 Tage vor der Abreise sinnvoll.

Immer häufiger werden wir mit dem Problem der Wolfszähne konfrontiert. Diese lassen eine Arbeit des Pferdes auf Trense nicht schmerzfrei zu und sollten daher vom Tierarzt unbedingt entfernt werden. Der Eingriff wird unter leichter Narkose durchgeführt und dauert maximal wenige Minuten. Lassen Sie Ihren Tierarzt beim nächsten Besuch kontrollieren, ob Ihr Pferd Wolfszähne hat, damit das Zahnfleisch zu Beginn der Schulzeit wieder verheilt ist.

Falls Sie unsicher sind, ob Ihr Schützling der Ausbildung körperlich schon gewachsen ist, fragen Sie lieber Ihren Tierarzt! Ich empfehle grundsätzlich, ein Warmblutpferd nicht vor dem Alter von 3 1/2 Jahren, hochblütigere Pferde erst mit 4 bis 4 1/2 Jahren anreiten zu lassen.

Ausrüstung – Was ist mitzubringen?

Aus hygienischen Gründen hat bein uns jedes Pferd ein eigenes Putzzeug. Bitte bringen sie daher zumindest Hufkratzer, Kardätsche und Striegel mit.

Der Sattel soll zwar nicht am ungerittenen Pferd angepasst und neu gekauft werden, er sollte aber trotzdem ziemlich gut passen. Es ist ein Irrglaube, dass man zum Anreiten den ältesten, schlechtesten Sattel nehmen kann, der ohnehin nur mehr am Dachboden hängt, weil er keinem Pferd passt und unbequem zu sitzen ist. Man kann zwar zum ersten Longieren einen schlecht passenden Sattel evl. tolerieren (besonders empfindliche Pferde zeigen auch hier schon, dass sie sich nicht wohl fühlen), mit dem Aufsitzen muss aber gewährleistet sein, dass er überall aufliegt und zum Widerrist noch 4 Finger Platz haben (ohne Belastung). Prüfen sie die Passform des Sattels ohne Satteldecke und fragen sie möglichst andere Reiter mit Erfahrung nach ihrer Einschätzung. Eine stoßdämpfende Unterlage (Schaumgummi, Lammfell, o. ä.) schadet bei jungen Pferden nie. Im Laufe der Ausbildung verändert sich jedes Pferd durch die Bemuskelung, der Sattel kann daher plötzlich nicht mehr passen. In solchen Fällen versuchen wir natürlich, aus unserem Bestand einen passenden Ersatz  beizustellen, bis sie einen passenden Sattel bringen können.

Der Sattelgurt sollte nicht zu knapp (kurz) sein, sonst wird das Angurten zur Quälerei und das Pferd lernt von Anfang an, sich dagegen zu wehren. Zwei Satteldecken zum wechseln sind praktisch, oder sie bringen bei Besuchen jeweils eine gewaschene zum Austauschen mit.

Beim Zaumzeug hat sich das kombinierte Reithalfter bewährt. Ich bevorzuge doppelt gebrochene Trensen, da sie für das Pferd angenehmer im Maul liegen und nicht gegen den Gaumen drücken können. Die Breite des Mundstückes sollte gut passen. Mit einem Stück Schnur lässt sich die Maulbreite leicht abmessen und mit der Trense vergleichen.

Für beschlagene Pferde sind Gamaschen ratsam.

In kühlen Jahreszeiten ist eine Abschwitzdecke und von Juni bis August  ein Fliegenschutzmittel mitzugeben.

            CHECKLISTE:

                * Impfungen
                * Entwurmung
                * Zahnkontrolle (Wolfszähne)
                * Putzzeug
                * Sattel
                * Sattelunterlage u. 2 Satteldecken
                * Kombiniertes Reithalfter u. doppelt gebrochene Trense
                * Gamaschen
                * Abschwitzdecke
                * Fliegenschutzmittel