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Das Noriker Pferd:


Die Renaissance der heimischen Kaltblutrasse ist nicht aufzuhalten. Immer mehr Pferdefreunde erliegen dem Charme dieser coolen Kraftprotze.

Dabei sah es lange so aus, als hätte die Erfindung des Traktors auch das Schicksal der Pferde als Haustiere besiegelt. Im Krieg brauchte man sie auch nicht mehr wirklich und so wundert es nicht, dass der Pferdebestand in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts kontinuierlich, ja sogar dramatisch zurück ging.

Doch halt: Man entdeckte das Reiten bald als Sport oder auch bloße Freizeitgestaltung. Die Beschäftigung mit Pferden wurde nun nicht mehr aus Notwendigkeit betrieben, sondern weil sie einfach Spaß macht. Diese Änderung der Nutzung hatte natürlich Folgen für die Pferdezucht. Weder die schweren Karossiere der Armee noch die kräftigen, stämmigen „Ackergäule“ entsprachen dem Pferdetyp, mit dem man elegant Dressur reiten konnte oder möglichst hoch über Hindernisse springen. Es wurde also „umgezüchtet“ und die Rassen, die nun nicht mehr sehr gefragt waren, gerieten ins Out. Tradition und Liebhaberei haben zum Glück verhindert, dass diese Pferde gänzlich ausstarben. So haben z. B. einige Brauereien nicht darauf verzichten wollen mit originalen Bierwägen – bespannt sehr oft mit Noriker Tigerschecken - zumindest Werbung zu machen. Aber auch vor anderen Wagen wurde die Ruhe der Kaltblüter geschätzt. Und nicht zuletzt die Farbenvielfalt der Noriker war sicher ein Anreiz mehr, diese Rasse weiterhin zu erhalten.

Heute hört man immer öfter, dass der Noriker schon sehr bald nicht mehr zu den gefährdeten Haustierrassen gehören könnte. Im ländlichen Raum wird er gerne auch als Reitpferd verwendet, ja sogar Turniere werden speziell für diese Rasse ausgerichtet. Manche Züchter meinen deshalb, man solle das Zuchtziel auf die Verbesserung der Reitpferdeeigenschaften (vor allem Gangvermögen, Trabmechanik) hin ausrichten. Es gibt aber auch eine zweite „Nutzungsströmung“, die das Kaltblut auch als solches nutzen will: Das Holzrücken mit Pferden wurde als Boden und Forst schonende Methode wiederentdeckt und einige – oft noch als romantische Spinner belächelt – setzen die „Dicken“ auch wieder für landwirtschaftliche Tätigkeiten ein. Abgesehen von den unzähligen ökologischen Vorteilen dieser Landbewirtschaftungsweise ist es einfach eine wunderschöne Arbeit, mit dem Partner Pferd „an einem Strang zu ziehen“.

Die heutige Norikerzucht wird quasi von zwei „Schwerpunkten“ geleitet: einerseits von der Linienzucht (die Linien heißen Vulkan, Nero, Diamant, Schaunitz und Elmar) und andererseits von der Farbzucht (Braune, Rappen, Füchse, Mohrenkopf- oder Blauschimmel, Tigerschecken und Platten- bzw. Kuhschecken). Allerdings sind Pferde, die eine reine Linien-Abstammung (alle Vorfahren gehören z. B. der Linie Schaunitz an) vorweisen können sehr selten. So werden z. B. die (häufigsten) Linien Nero und Vulkan gerne kombiniert, da sich Kreuzungen der beiden Linien durchaus bewährt haben. Erkennbar ist die Linienzugehörigkeit immer am zweiten Namen der Hengste (z. B. Anker Nero). Das Zuchtziel wird folgendermaßen definiert:

„Züchtung eines mittelschweren Gebirgskaltblutpferdes mit tiefer Schwerpunktlage, genügend Breite, guter Trittsicherheit und Gleichgewichtssinn. Mit guter Kopf-Halspartie, guter Vorderhand, mittellangem Rumpf, gespaltener Kruppe und viel Muskulatur. Gutes korrektes Fundament und raumgreifende korrekte Gänge. Besondere Beachtung finden folgende Leistungseigenschaften in der Selektion: Gesundheit, Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, Leichtfuttrigkeit, guter Charakter bei genügend Temperament, vielseitige Verwendbarkeit und Milchergiebigkeit der Mutterstuten.“

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