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Das Österreichische Warmblutpferd:
Heute wird Österreich auf dem Sektor Warmblutpferdezucht generell als "Nachzuchtgebiet"  bezeichnet, d. h. mehr oder weniger als Anhängsel Deutschlands. Dabei wird vergessen, dass es auch in Österreich eine Tradition gab,  Reitpferde zu züchten,  die rein aufgrund der geringeren Pferdezahlen nie die Bedeutung des Nachbarlandes erreicht hat. So gab es z. B.  im Bundesgestüt Piber eine sehr qualitätvolle Halbblutstutenherde, die leider nach der Virus-Abort-Endemie aufgelöst wurde.

Die Kavallerie-Pferde der Vergangenheit wurden vorwiegend aus dem Bestand der Shagya-Araber und anderer Halbblutrassen (Przedswit, Nonius), die in der K+K-Monarchie dominierten, rekruktiert. Diese Rassen waren (und sind) zwar hart, ausdauernd und zäh, bringen aber hinsichtlich Exterieur und Gangvermögen nicht unbedingt die besten Voraussetzungen zur Umzüchtung zum Sportpferd heutiger Prägung mit.

So kam es schließlich, dass sich in den letzten 3 Jahrzehnten der Import von deutschen Zuchtpferden durchsetzte, was nicht immer eine erfolgreiche Strategie war, jedoch im Großen und Ganzen schnelleren Zuchtfortschritt brachte als die leidige Methode, jede ausrangierte Stute, und sei sie noch so verbaut und unrittig, zu decken.

Tröstlich sei der Hinweis, dass es keine einzige Warmblutrasse gibt, die kein Fremdblut einkreuzt, auch Hannoveraner und Holsteiner kören bewährte Hengste aus anderen Populationen. Sogar die Trakehner sind im eigentlichen Sinne keine Reinzucht, da die Einkreuzung von englischem und arabischem Vollblut gestattet ist.

Jahr für Jahr zeigt sich auf Turnieren und beim Bundeschampionat, dass die österreichischen Zuchtprodukte heute durchaus mit internationaler Qualität mithalten können, nicht zuletzt durch den im letzten Jahrzehnt rasant gestiegenen Anteil der künstrlichen Besamung, der Zugang zu einem großen Teil des Hengstbestandes geschaffen hat. Deshalb ist es vor allem die Stute, die über Erfolg oder Mißerfolg einer Anpaarung entscheidet bzw. die durchdachte Auswahl des richtigen Hengstes, der ihre Schwächen möglichst ausgleichen soll. Nicht der berühmteste Namen mit den meisten Erfolgen sollte dabei den Züchter verlocken sondern der BESTE HENGST FÜR SEINE STUTE.

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